Honda NC750 (X / S / D Integra)
Honda NC750 (X / S / D Integra)
Honda NC750 kaufen – X, S und Integra in Winterthur
Unter dem Schnabel und dem hohen Windschild der NC750X steckt die halbierte Vierzylinder-Technik des Honda Jazz. Bei uns in Winterthur findest du die Honda-Baureihe regelmässig im Bestand – meist die NC750X, dazwischen auch eine Occasion der eingestellten Geschwister NC750S und Integra. Dieser Text erklärt, was die Automatik kostet, welches Bauteil trotz fehlendem Rückruf immer wieder in der Werkstatt landet – und warum Fahrer mit über 100’000 Kilometern trotzdem nicht verkaufen wollen.
| NC750X | 2014–2020 | seit 2021 |
| Leistung | 54 PS / 40 kW | 58,6 PS / 43,1 kW |
| Drehmoment | 68 Nm bei 4’750/min | 69 Nm bei 4’750/min |
| Gewicht fahrfertig | 219–220 kg (226 kg DCT) | 216 kg (226 kg DCT) |
| Sitzhöhe | 830 mm | 800–802 mm |
| Tank | 14 Liter | 14,1 Liter |
| Stauraum „Tank“ | 21–22 Liter | 23 Liter |
| Verbrauch (Werk) | 3,5 l/100 km (ab 2018) | 3,5 l/100 km |
Neupreis: ab CHF 9’490
Occasion ab: ab CHF 4’800
Warum liefert der NC750-Motor unten mehr Kraft als oben?
Sein maximales Drehmoment von 69 Nm liefert der NC750-Motor bereits bei 4’750 Umdrehungen – fast die gesamte Kraft steht damit schon im unteren Drehzahlbereich zur Verfügung, darüber wird es schnell flach. Das liegt am Ursprung des Motors: Der Vierzylinder aus dem europäischen Honda Jazz wurde für die NC-Baureihe glatt halbiert, Bohrung und Hub stammen praktisch unverändert aus dem Auto. Die Drehzahlgrenze lag bei der ersten NC700X 2012 bei nur 6’500 Umdrehungen; 2018 hob Honda sie bei der NC750X auf 7’500/min an, die aktuelle Generation seit 2021 erreicht ihre Spitzenleistung schon bei 6’750/min. Wer den Motor trotzdem hochdreht in der Erwartung, dass oben noch etwas wartet, wird enttäuscht. Dafür zahlt die Maschine mit einem der tiefsten Verbrauchswerte ihrer Klasse: Im direkten Vergleichstest gegen die stärkere Yamaha Tracer 700 begnügt sie sich mit 3,3 statt 4,3 Litern auf 100 Kilometer – wer tiefen Verbrauch will, tauscht die fehlende Drehzahlreserve bewusst dagegen ein.
Welche NC-Variante passt – X, S oder Integra?
Nur die NC750X steht heute noch im Schweizer Neuprogramm – die NC750S und die Integra liefen beide letztmals im Modelljahr 2020 vom Band. Die drei Varianten unterscheiden sich vor allem in Sitzposition und Stauraum:
| NC750X | NC750S | Integra | |
| Sitzhöhe | 800–830 mm | 790 mm | 790 mm |
| Charakter | Motorrad mit Roller-Einschlag | Naked, tiefer und kompakter | Roller mit Motorrad-Einschlag |
| Stauraum „Tank“ | 21–23 l, Integralhelm passt | 21–22 l, baugleich mit X | kein Helmfach – nur ein kleines Staufach mit Ladesteckdose unter der Sitzbank |
| Heute noch neu erhältlich | ja | nein | nein |
Die NC750S verschwand nach Modelljahr 2020 ersatzlos aus dem Programm, einen Nachfolger unter neuem Namen gibt es nicht – die NC750X bleibt als einzige Bike-Variante der Plattform übrig. Bei der Integra liegt der Fall anders: Ihr Konzept lebt im Honda Forza 750 weiter, der seit 2021 denselben 745-ccm-DCT-Motor trägt, aber grössere Räder und eine Roller- statt Motorrad-Sitzposition mitbringt. Wer die Integra gerade wegen des Stauraums im „Tank“ ins Auge fasst, sollte den entscheidenden Unterschied kennen: Bei X und S passt ein Integralhelm ins Fach über dem Motor, bei der Integra bleibt nur ein kleines Staufach mit Ladesteckdose unter der Sitzbank.
Was bringt das Doppelkupplungsgetriebe wirklich?
CHF 1’200 kostet die DCT-Automatik gegenüber dem Schalter – CHF 9’490 zu CHF 10’690 – und bringt rund zehn Kilogramm Mehrgewicht mit. Zwei Kupplungen sitzen hintereinander: Während ein Gang eingelegt ist, steht der nächste bereits bereit, eine löst, die andere greift im selben Moment – praktisch ohne spürbare Zugkraftunterbrechung. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl, von sanftem Rain bis zu Sport mit voller Motorbremse. Honda-Chefingenieur Dai Arai bringt den Alltagsnutzen auf den Punkt: Im Stadtverkehr entfällt die Kupplung komplett, kein Abwürgen. Nach über zwölf Jahren Serienreife gilt die Technik in Besitzerforen als ausgereift, selbst erklärte Skeptiker aus dem Autobereich äussern sich zustimmend – geschaltet werden kann trotzdem jederzeit von Hand über die Wippe. Ganz ohne Ausreisser bleibt sie nicht: Ein dokumentierter Fall mit Einlegeproblemen brauchte drei Werkstattbesuche, läuft seither aber seit einem Jahr störungsfrei. Wer unsicher ist, vergleicht Schalter und DCT am besten bei einer Probefahrt.
Warum rasselt der Steuerkettenspanner – und wieso steht das in keinem Testbericht?
Die Kunststoffschiene des Steuerkettenspanners kann sich lösen – spürbar als Rasseln beim Gasgeben im Stand oder als Ticken beim Kaltstart, und zwar von der ersten NC700X aus dem Jahr 2012 bis zu aktuellen Modellen, ohne dass dafür je ein amtlicher Rückruf kam. Ein Besitzer meldete das Geräusch schon bei rund 9’000 Kilometern und bekam die Reparatur als Garantiefall ersetzt, bei einem anderen erst bei 24’000 Kilometern – ausserhalb der Garantie übernahm der Händler kulant den grössten Teil der Kosten. Keiner der grossen Testberichte nennt das Bauteil als Schwachstelle – bei einer Occasion lohnt sich trotzdem ein Ohr fürs Geräusch, besonders kalt oder bei Lastwechsel. Das widerspricht der Langlebigkeit der Plattform nicht: Ein Besitzer zieht nach 100’000 Kilometern Bilanz und nennt als einzige Arbeiten jenseits von Verschleiss das Nachfetten eines Lagerbolzens und den Wechsel des Seitenständerschalters, die Bremsen laufen noch auf der ersten Garnitur. Ein anderer Vielfahrer mit 105’000 Kilometern ist überzeugt: Der Motor hält das durch, solange man nicht dauernd an der Drehzahlgrenze fährt. Ein Kettensatz hält 18’000 bis 35’000 Kilometer, das Original-Teil kostet allein rund EUR 180 zuzüglich Mehrwertsteuer – für Montage und den Preis in Franken fragst du direkt unsere eigene Werkstatt.
Honda NC750X gedrosselt als Occasion kaufen
43,1 kW leistet die aktuelle NC750X offen – für den Ausweis A mit Leistungsbeschränkung sind ab 18 Jahren maximal 35 kW und 0,2 kW pro Kilogramm Leergewicht erlaubt. Die NC750X gibt es passend dazu auch auf 35 kW gedrosselt. Bei uns steht sie sowohl offen als auch gedrosselt im Angebot – beides dieselbe Maschine, physisch nicht ab Werk gedrosselt. Wir drosseln erst nach dem Kauf auf Wunsch, die Kosten dafür stecken im Preis der gedrosselten Variante. Welche Version zu deinem Ausweis passt, klärst du bei einer Probefahrt.
Wie schneidet die NC750X gegen Tracer 700, Versys 650 und CB500X ab?
Drei Maschinen tauchen in Vergleichstests regelmässig neben der NC750X auf, jede mit einem klaren Kompromiss gegenüber dem Stauraum- und DCT-Konzept der Honda.
| Modell | Leistung | Gewicht | Occasion ab | Spricht dafür | Spricht dagegen |
| Honda NC750X | 58,6 PS / 43,1 kW | 216–226 kg | CHF 9’990 | Grosser Stauraum, DCT wählbar | Enge Drehzahlreserve oben |
| Yamaha Tracer 700 | 73–74 PS | – | CHF 6’200 | Mehr Leistung, agiler | Kein Stauraumfach, mehr Verbrauch |
| Kawasaki Versys 650 | – | – | CHF 4’500 | Einstellbare Gabel, drehfreudig | Kein Stauraum, kein DCT |
| Honda CB500X | – | 196–199 kg | CHF 5’900 | Leicht, günstig, für Einsteiger | Wenig Drehmoment, kein Stauraum |
Die Yamaha Tracer 700 hat mit 73 bis 74 PS spürbar mehr Leistung und gilt im Test als agiler, dafür fehlt ihr das Stauraumfach und sie verbraucht 4,3 statt 3,3 Liter auf 100 Kilometer – für reinen Fahrspass die naheliegendere Wahl. Die Kawasaki Versys 650 gilt als drehfreudiger, ihre einstellbare Gabel schlägt die einfache Gabel der NC750X, Stauraum und DCT bietet sie aber nicht. Die hauseigene Honda CB500X wiegt mit 196 bis 199 Kilogramm deutlich weniger und ist günstiger, liefert aber mit 43 statt 69 Nm klar weniger Drehmoment und keinen vergleichbaren Stauraum. Für den reinen Einstieg reicht die CB500X, wer mehr Durchzug und Stauraum will, greift zur NC750X.
Worauf achtest du bei einer gebrauchten NC750?
- Rückrufcode 3MD. Betrifft die NC750X DCT, den Forza 750 und den X-ADV aus der Produktion Dezember 2020 bis September 2021: zu geringe Kraftstoffzuteilung beim Bremsen konnte den Motor abwürgen. Die Software-Korrektur ist kostenlos.
- Steuerkettenspanner-Geräusch. Rasseln oder Ticken beim Kaltstart und bei Lastwechsel prüfen, siehe oben.
- Kettensatz-Zustand. Nach 18’000 bis 35’000 Kilometern ist ein neuer fällig – lass ihn in unserer eigenen Werkstatt prüfen.
- Serviceheft. Lückenlos dokumentierte Inspektionen geben Sicherheit, gerade weil der Steuerkettenspanner sonst nur im Einzelfall auffällt.
- Bei der Integra: Zustand des kleinen Staufachs samt Ladesteckdose prüfen – der einzige Ersatz für das fehlende Helmfach von X und S.
Häufige Fragen zur Honda NC750
DCT oder Schalter?
Eine Geschmacksfrage, keine Fehlkaufsfrage. Die Automatik punktet im Stadtverkehr, der Schalter ist günstiger und ebenso zuverlässig. Am besten vergleichst du beide bei einer Probefahrt.
Passt jeder Integralhelm ins Stauraumfach?
Nein, die meisten schon – bei sehr grossen Helmen lohnt sich eine Probe im Fach.
Ist die NC750X autobahntauglich?
Ja, bei 130 km/h dreht der Motor nur knapp über 4’000/min. Der Windschutz gilt als verbesserungsbedürftig, eine höhere Zubehörscheibe schafft Abhilfe.
Wie hoch ist der Verbrauch wirklich?
Zwischen 2,8 und 5 Litern je nach Fahrweise, im Nutzerdurchschnitt rund 3,3 Liter – die Werksangabe von 3,5 Litern hält sich im Stadtbetrieb, auf der Autobahn steigt sie darüber.
Lohnt sich die NC750X gegenüber der CB500X für Einsteiger?
Die CB500X ist leichter und günstiger, liefert aber deutlich weniger Drehmoment und keinen vergleichbaren Stauraum.
Schafft die NC 100’000 Kilometer ohne grössere Probleme?
Laut mehreren Langzeitbesitzern ja, solange sie nicht dauerhaft an der Drehzahlgrenze bewegt wird.
Verfügbare NC700/NC750 bei uns in Winterthur
Ob dir die NC750X mit Schalter oder DCT liegt, offen oder auf 35 kW gedrosselt, oder eine Occasion der S oder der Integra sinnvoller erscheint – am besten setzt du dich einfach drauf. Eine Probefahrt ist schnell vereinbart, unsere Honda-Occasionen stehen bei uns in Winterthur bereit.
Jetzt verfügbar:
Du liebäugelst mit einer Honda NC750 (X / S / D Integra) als Occasion? Ob der Preis fair ist, hängt stark vom Alter ab – wie viel ein Motorrad mit den Jahren an Wert verliert und wann der Kauf am günstigsten ist, zeigt unser Wertverlust-Ratgeber. Worauf du bei Papieren, Technik und Probefahrt achten solltest, fasst die Occasion-Checkliste für die Schweiz Schritt für Schritt zusammen.