Yamaha XV950 Bolt
Yamaha XV950 Bolt
Yamaha XV950 Bolt kaufen – Occasion in Winterthur
Kein anderes Motorrad im Bestand spaltet Meinungen so klar wie die Yamaha XV950 Bolt: luftgekühlter V-Twin, Riemenantrieb, wenig Schräglage, kleiner Tank – und trotzdem Fahrer, die sie nicht mehr hergeben. Bei uns in Winterthur findest du sie regelmässig als Occasion, oft in beiden Varianten, Bolt und R-Spec. Neu verkauft Yamaha sie in Europa seit Modelljahr 2020 nicht mehr, einen direkten Nachfolger gibt es nicht. Dieser Text erklärt, was den kleinen Tank erträglich macht, warum die Fussrasten zuerst aufsetzen, was der Zahnriemen kostet – und warum Besitzer trotzdem an ihrer Bolt festhalten.Occasion ab: ab CHF 6’890
40 kW aus 942 Kubik – der luftgekühlte V-Twin mit Riemenantrieb
40 kW und 54,3 PS bei 5’500 Umdrehungen liefert der luftgekühlte 60-Grad-V-Twin der Bolt aus 942 Kubikzentimetern Hubraum, dazu 79,5 Nm Drehmoment bereits bei 3’000/min. Das 5-Gang-Getriebe schickt die Kraft über einen Zahnriemen statt eine Kette ans Hinterrad. Mit 690 mm Sitzhöhe und 252 kg fahrfertigem Gewicht sitzt du tief und kompakt, der Stahl-Doppelschleifen-Rahmen trägt 298-mm-Einzelscheibenbremsen vorne und hinten. Das ist keine Reisemaschine mit Elektronik-Menü, sondern ein einfach aufgebauter Cruiser, bei dem der Motor die ganze Geschichte erzählt.Bolt oder R-Spec – zwei Fahrwerke, ein Motor
Am Fahrwerk, nicht am Motor, unterscheiden sich Bolt und R-Spec: Beide teilen sich denselben V-Twin, doch die R-Spec bekommt seit ihrem Debüt zur Saison 2013 uprated Piggyback-Stossdämpfer mit Remote-Reservoir hinten, eine serienmässige ABS-Bremsanlage und eine Premium-Sitzbank in Buckskin-Optik, dazu farbige Zierelemente am Tank und eine hochwertigere Lackierung. Die Standard-Bolt bleibt bei der konventionellen Einfederung und der einfacheren Ausstattung. Für den Occasionskauf heisst das: Wer ABS will, achtet gezielt auf die R-Spec-Kennzeichnung, nicht nur auf den Modellnamen.Schon nach 200 Kilometern zapfst du nach
200 bis 250 Kilometer schafft die Bolt, bevor die Reservelampe aufleuchtet – bei 12 Litern Tankinhalt und rund 4,6 bis 5 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer keine Überraschung, aber auf längeren Touren heisst das öfter tanken als bei den meisten anderen Motorrädern im Bestand. Ein Testfahrer, der die Bolt über mehrere Tage bewegt hat, nennt genau diesen kleinen Tank als klare Einschränkung – und will die Maschine am Ende trotzdem haben, wegen Beschleunigung, Sound und dem Gefühl, damit gesehen und gehört zu werden. Wie sich das im echten Verkehr anfühlt, findest du am ehesten bei einer eigenen Probefahrt heraus.Die Fussrasten setzen früh auf – wie viel Schräglage bleibt
Früh setzen bei der Bolt die Fussrasten auf, noch bevor das Knie überhaupt in die Nähe des Asphalts kommt – das ist kein Einzelfall, sondern das wiederkehrende Gesprächsthema in der Besitzerschaft. Wenig Bodenfreiheit gehört zum Cruiser-Charakter: tiefer Schwerpunkt, weit vorne montierte Fussrasten, ein Fahrwerk, das auf entspanntes Fahren statt auf Schräglage ausgelegt ist. Für Fahrer, die enge Spitzkehren zügig nehmen wollen, ist das ein echter Nachteil. Für alle, die eine Cruiser-Sitzposition, den satten V-Twin-Sound und ein Motorrad ohne Kurvenhatz suchen, ist genau das der Punkt, weshalb sie zur Bolt statt zu einem Naked Bike greifen.Zu zweit auf Dauer – wo der Sitzkomfort endet
Zu zweit auf langer Strecke stösst die Bolt an ihre Grenzen: Die Serien-Sitzbank ist für Ausflüge gedacht, nicht für Tagestouren mit Sozius. Wer regelmässig zu zweit unterwegs ist, rüstet meist nach – im Zubehörmarkt reicht die Spanne von einfachen Comfort-Sitzbänken für rund 180 Euro bis zu Profiler-Modellen für über 400 Euro, alle spürbar bequemer als das Original. Als Solomaschine für Ausfahrten bis zur Reservelampe stört der Sitzkomfort dagegen kaum jemanden.Warum Bolt-Fahrer sie nicht mehr hergeben
Nein, sagt der Blogger Denis (Generation Bobber) auf die Frage, ob er sich wieder eine Bolt kaufen würde – er hat schon eine, umfangreich umgebaut, und gibt sie nicht mehr her. Andere Fahrer widersprechen den bekannten Kritikpunkten direkt aus eigener Erfahrung: kein Quietschen am Riemen, keine störenden Benzinpumpen-Geräusche, und wer breitbeinig sitzt wie auf einem Chopper, hat auch mit dem Knie am Luftfilterkasten kein Problem. Was bleibt, ist der Motor: genug Leistung zum Überholen, ein V-Twin-Sound, der satt genug klingt, dass Käufer deswegen zugreifen. In der Szene gilt die Bolt manchen sogar als die Vernunftwahl neben der Harley als Wahl der Leidenschaft – wer sich bewusst dagegen entscheidet, kauft laut vielen Besitzern nicht aus Verzicht, sondern aus Überzeugung.Zahnriemen statt Kette – was Wartung und Ersatzteile kosten
6’000 Kilometer oder sechs Monate dauert es bis zur ersten Inspektion, danach reicht bei der Bolt ein Service alle 10’000 Kilometer oder einmal im Jahr. Der Riemenantrieb braucht keine Kettenölung und keine Kettenspannung von Hand – dafür ist ein Riemenwechsel kein Bordwerkzeug-Job, und der Original-Antriebsriemen kostet als reines Ersatzteil rund 477 Euro, ohne Einbau. Das erklärt, warum Besitzer Riemen-Ersatzteile als teuer bezeichnen: Es ist kein Serienfehler, sondern der Preis der Bauart. Was ein Service bei uns tatsächlich kostet, erfährst du direkt in unserer eigenen Werkstatt.Umbauen ist die zweite Natur der Bolt
Ab rund 180 Euro beginnt bei der Bolt schon der erste Umbauschritt, nach oben ist kaum eine Grenze gesetzt: Sissy Bars für zusätzlichen Gepäckhalt, Ape-Hanger-Lenker, Slip-on-Auspuffanlagen mit E-Zulassung und breitere Speichenfelgen mit 200er-Hinterreifen gehören zum Standardrepertoire der Custom-Szene. Wer serienmässig unterwegs ist, bleibt bei den klassischen Satteltaschen. Komplette Umbauten liegen preislich zwischen wenigen hundert Euro für Einzelteile und über 5’000 Euro für durchgestylte Projekte – kaum ein anderes Modell im Bestand wird so oft nach dem Kauf noch einmal verändert.XV950 Bolt mit 35 kW fahren
Eine Werksversion mit 35 kW gibt es bei der Bolt nicht: Serienmässig leistet der V-Twin 40 kW, erst ein nachträglicher Drosselsatz senkt das auf 35 kW und 48 PS. In der Schweiz heisst die passende Ausweiskategorie offiziell A mit Leistungsbeschränkung, ab 18 Jahren, nach zwei Jahren Aufstieg in die unbeschränkte Kategorie A ohne weitere Prüfung. Bei uns steht die Bolt entsprechend regelmässig sowohl offen als auch gedrosselt im Angebot – beides dieselbe Maschine, physisch nicht ab Werk gedrosselt. Wir drosseln erst nach dem Kauf auf Wunsch, die Kosten stecken im Preis der gedrosselten Variante. Welche Version zu deinem Ausweis passt, klärst du am einfachsten bei einer Probefahrt.Bei einer gebrauchten XV950 prüfst du…
- Serviceheft. Lückenlos dokumentierte 10’000-km-Intervalle geben Sicherheit.
- Zahnriemen-Zustand. Sichtprüfung auf Risse und ein Ohr für Quietschgeräusche – im Zweifel in unserer Werkstatt gegenprüfen lassen.
- Sitzbank. Original oder bereits umgerüstet? Bei Custom-Sitzbänken lohnt sich ein Blick auf Verarbeitung.
- Lockere Teile. Bei frühen Auslieferungen wurden gelegentlich lose Schutzblech-Schrauben oder eine lose Bremszange gemeldet – Montagefehler, aber bei jeder Occasion einen Blick wert.
- Kniefreiheit. Setz dich drauf: Je nach Körpergrösse liegt das Knie nah am Luftfilterkasten.
- Lackierung. Original oder bereits repainted – in der Custom-Szene kein Nachteil, aber gut zu wissen.
Bolt, Harley 883 oder Vulcan S – was ist der Unterschied?
Drei Maschinen tauchen bei der Kaufentscheidung für die Bolt regelmässig daneben auf.| Modell | Leistung | Gewicht | Occasion ab | Spricht dafür | Spricht dagegen |
| Yamaha XV950 Bolt | 40 kW / 54,3 PS | 252 kg | CHF 6’890 | Mehr Drehmoment, tiefere Sitzhöhe | Nur 12 Liter Tank |
| Harley-Davidson 883 Iron | 52 PS | – | CHF 6’990 | Markenprestige, Emotion | Weniger Drehmoment, höhere Sitzhöhe |
| Kawasaki Vulcan S | 61 PS | 228 kg | CHF 6’900 | 20 kg leichter, ABS serienmässig | Kein V-Twin-Charakter |
| Honda CMX500 Rebel | 35 kW / 46 PS | 190 kg | – | A2-tauglich, 60 kg leichter | Nur 44,6 Nm Drehmoment |
Häufige Fragen zur Yamaha XV950 Bolt
Was ist der grösste Nachteil der XV950 Bolt?
Die geringe Schräglagenfreiheit: Fussrasten setzen früh auf, dazu ein kleiner 12-Liter-Tank mit rund 200 bis 250 Kilometern Reichweite. Beides ist Charakter, nicht Defekt.
Passt ein breiterer 200er-Hinterreifen an die Bolt?
Nicht mit der Serienfelge – dafür braucht es eine breitere Speichenfelge, die in Europa nur bei wenigen Spezialbetrieben verfügbar ist.
Was kostet die erste Jahresinspektion?
Das hängt vom Werkstattpartner ab. Bei uns in Winterthur bekommst du die aktuelle Preisliste direkt in unserer Werkstatt.
Ist die Bolt in der Schweiz und Deutschland ein Nischenmodell?
Ja, verglichen mit den USA. Hierzulande wird sie oft bewusst gegen den Harley-Mainstream gekauft.
Gibt es die XV950 Bolt noch neu zu kaufen?
In Europa nicht mehr: Yamaha hat die Baureihe mit Modelljahr 2020 eingestellt, einen Nachfolger gibt es nicht.
Lohnt sich der Umbau einer Bolt?
Für viele Besitzer ja – von der Comfort-Sitzbank bis zum Custom-Projekt ist sie eine der meistumgebauten Maschinen im Bestand.
Verfügbare XV950 Bolt bei uns in Winterthur
Ob dir die Standard-Bolt oder die R-Spec mit ABS und Piggyback-Stossdämpfern liegt, offen oder auf 35 kW gedrosselt – am besten setzt du dich einfach drauf. Eine Probefahrt ist schnell vereinbart, unsere Yamaha-Occasionen stehen vor Ort bereit.Jetzt verfügbar:
Aktuell keine XV950 Bolt verfügbar
Wir zeigen dir stattdessen diese Alternativen:
Du liebäugelst mit einer Yamaha XV950 Bolt als Occasion? Ob der Preis fair ist, hängt stark vom Alter ab – wie viel ein Motorrad mit den Jahren an Wert verliert und wann der Kauf am günstigsten ist, zeigt unser Wertverlust-Ratgeber. Worauf du bei Papieren, Technik und Probefahrt achten solltest, fasst die Occasion-Checkliste für die Schweiz Schritt für Schritt zusammen.