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Husqvarna 701 Supermoto oder KTM 690 SMC R: Das Modelljahr entscheidet, nicht das Logo

Husqvarna 701 Supermoto oder KTM 690 SMC R: Das Modelljahr entscheidet, nicht das Logo

Husqvarna 701 Supermoto oder KTM 690 SMC R: Das Modelljahr entscheidet, nicht das Logo

196 gegen 184 km/h. So endete im Januar 2017 die Messung an zwei Töffs, die am Stammtisch bis heute als ein und dieselbe Maschine gelten: Die Husqvarna 701 Supermoto lief der KTM 690 SMC R um zwölf Stundenkilometer davon. Gleiches Haus, gleiches Konzept, und doch arbeitete in der einen der neue Motor und in der anderen der alte.

«Mit dem Motor aus der 690 Duke hat die Husqvarna 701 Supermoto den Joker gezogen», urteilte Motorrad Online im Januar 2017.

«Dieselbe Maschine in anderer Farbe» ist also kein Unsinn, aber ein Satz mit Ablaufdatum. Zwei Jahre lang hatte die Husqvarna den besseren Motor, ein Jahr lang die KTM die bessere Elektronik. Wer zwei Inserate offen hat, schaut deshalb zuerst aufs Modelljahr und dann erst auf die Farbe.

Gehen wir die Jahre durch.

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Am Anfang waren es Zwillinge. Fast.

Zwillinge waren die beiden in den ersten gemeinsamen Jahren tatsächlich: derselbe Euro-3-Einzylinder, 66 gegen 64 Nm im Datenblatt, 158 gegen 156 Kilo vollgetankt. Der Tank der Husqvarna fasst 13 Liter, jener der KTM 12.

Der Unterschied, den du jeden Tag spürst, liegt woanders. Geänderte Kunststoffteile rund um den Kühler lassen den Lenker der 701 so viel weiter einschlagen, dass ihr Wendekreis 1,5 Meter enger ausfällt. Auf einer schmalen Quartierstrasse wendet die Husky in einem Zug. Die KTM braucht einen zweiten Anlauf.

Dafür hatte die SMC R das vollere Cockpit: Drehzahlmesser und Ganganzeige, beides fehlte der Husqvarna. Im Vergleichstest von 2016 lag sie mit 590 zu 582 Punkten vorn.

Ein Vorbehalt gilt für diese Jahre: Der alte Euro-3-Motor, vor allem aus der SMC R bekannt, hat eine Schwachstelle, die Kipphebel. Auf die Prüfliste gehören ausserdem die Lenkanschläge, die bei Stürzen brechen können, und eine lückenlose Wartungshistorie.

Zwei Jahre lang gehörte der Duke-Motor nur der Husqvarna

Den Duke-Motor, also den Einzylinder der KTM 690 Duke mit Euro 4 und zweiter Ausgleichswelle, bekam ab Modelljahr 2017 allein die Husqvarna: 75 PS und 74 Nm nach Werksangabe. Die KTM wurde mit dem alten Triebwerk unverändert weitergebaut und lief als Euro-3-Modell aus.

Was merkst du davon? Zuerst die Ruhe. Die zweite Ausgleichswelle nimmt dem grossen Einzylinder so viel Vibration, dass die Laufkultur um Klassen über der des Vorgängers liegt. Bei Landstrassentempo kam die 701 mit 3,8 Litern auf 100 Kilometer aus. Schäden wie an den Kipphebeln des alten Motors sind vom neuen Ventiltrieb bisher nicht bekannt.

Die Gegenrechnung gehört dazu: In der Drehzahlmitte drückt der alte Motor bis zu 6 PS mehr, erst oben geht ihm die Luft aus. Auf dem Prüfstand lagen die beiden mit 74 gegen 71 PS auch näher beisammen als im Prospekt. Wer genau diesen Charakter sucht, irrt nicht.

Trotzdem: Steht eine SMC R aus diesen Jahren neben einer 701, vergleichst du nicht zwei Farben, sondern zwei Motorengenerationen.

Husqvarna 701 Supermoto am Lager:

Februar 2019: Jetzt hat die KTM, was der Husky fehlt

Im Februar 2019 stellte KTM die neue SMC R vor und drehte das Verhältnis um: Euro-4-Motor mit zwei Ausgleichswellen, 74 PS, dazu Quickshifter+, Kurven-ABS mit Supermoto-Modus, schräglagenabhängige Traktionskontrolle und zwei Fahrmodi.

Die Husqvarna des Modelljahrs 2019 hatte den guten Motor längst. Die Elektronik hatte sie nicht: kein Quickshifter, kein Kurven-ABS, keine Kurven-Traktionskontrolle. Erst 2020 zog sie nach, samt Schaltassistent Easy Shift fürs Hoch- und Runterschalten.

Ein Jahr Vorsprung also, diesmal in Orange.

Ein Selbstläufer ist der Quickshifter+ allerdings nicht. Ein britischer Test der SMC R ab 2019 notierte reichlich falsche Leerläufe und nannte sie ein altes Thema dieses Getriebes, das auch der Schaltassistent nicht überdecke. Besitzer der Jahrgänge 2020 und 2021 berichten dasselbe zwischen dem fünften und sechsten Gang, einzelne auch, dass der Quickshifter+ erst ab 6’000 bis 7’000 Touren sauber arbeite. Bei der 701 musste ein Tester 2020 beim Runterschalten mit Easy Shift wiederholt zur Kupplung greifen. Schalte auf der Probefahrt deshalb bewusst mehrmals vom fünften in den sechsten.

KTM 690 SMC R am Lager:

Ab 2020 hat der Stammtisch recht

Recht bekommt der Stammtisch mit dem Modelljahr 2020: Seither stimmen Motor, Elektronik und Bremsen überein, ab 2021 mit Euro 5, 74 PS und 73 Nm bei beiden. Seit 2020 trägt die Husqvarna auch Gabel und Federbein der KTM; bis 2019 hatte sie eine eigene Abstimmung und hinten einen Zentimeter mehr Federweg.

Was übrig blieb, passt auf einen Bierdeckel. Der Tank der KTM fasst 13,3 Liter, jener der Husqvarna 12,7. Ab Werk rollte die Husqvarna auf Continental, die KTM auf Bridgestone; der Conti haftet vom ersten Meter an, der Bridgestone hält deutlich länger. Mit dem ersten Reifenwechsel ist dieser Unterschied Geschichte. Ein Farbdisplay hat in diesen Jahren keine von beiden, bis 2025 sitzt ein schlichtes LCD im Cockpit.

Wichtiger als jede Farbfrage ist bei diesen Jahrgängen das Serviceheft. Für die Modelljahre 2018 bis 2020 gab es bei beiden einen Rückruf: Die Faltenbalgdichtung am Kupplungsnehmerzylinder kann seit der Montage beschädigt sein, getauscht wurde kostenlos. Der Rückruf gilt für alle Märkte und steht auf den Schweizer Seiten beider Marken. Steht der Tausch nicht im Heft, frag nach.

Der Service ist bei beiden bis Modelljahr 2024 alle 10’000 Kilometer oder jährlich fällig, jedes Mal mit Kontrolle des Ventilspiels. Ab Modelljahr 2021 wird dabei auch der Sensor des Schaltassistenten neu programmiert. Einen festen Preisaufschlag für eine der Marken gibt es nicht; welche teurer war, wechselte von Jahr zu Jahr.

Was 2026 noch trennt: eine Sitzbank, zwei Farben, zwei Apps

2026 trennt die beiden nur noch die Oberfläche: 79 PS, 73 Nm, ein 4,2-Zoll-TFT, dieselben Continental-Reifen ab Werk und ein Schweizer Listenpreis von CHF 12’990 gelten für die eine wie für die andere.

Die Husqvarna trägt Weiss und Gelb, die KTM Blau und Orange. Bei der 701 reicht die Sitzbank bis über die Kühlerverkleidungen, KTM nennt für die SMC R einen besonders griffigen Bezug mit eigener Struktur. Das Telefon koppelst du hier mit der Ride-Husqvarna-App, dort mit KTMconnect. Darunter ist die Technik laut den Betriebsanleitungen dieselbe: Gabel und Federbein tragen dieselben Teilenummern und dieselbe Grundeinstellung, die vier ABS-Modi heissen gleich. Der Schaltassistent ist 2026 bei beiden eine Option. Der Service wird alle 15’000 Kilometer oder jährlich fällig, das Ventilspiel alle 30’000.

Die Sitzbank ist seit den ersten Jahrgängen der eine Punkt, den jeder nennt und bei dem sich niemand einig wird. Die einen finden die Husky-Bank breiter und bequemer, andere nennen sie die schlankere, wieder andere sitzen auf der KTM besser. Masse zu Breite und Polster gibt es keine. Messbar ist nur die Höhe, und die war laut Betriebsanleitungen nie gleich: Bis 2019 sass man auf der Husqvarna mit 915 Millimetern 25 höher als auf der KTM, seit 2020 mit 882 rund einen Zentimeter tiefer. Für 2026 nennt Husqvarna auf der Website 899 Millimeter wie die KTM, in der Betriebsanleitung 886. Das klärt eine Probefahrt, nicht der Prospekt.

Ähnlich offen ist der Wendekreis. Der Vorteil der frühen 701 ist gegenüber den Euro-3-KTM gesichert; für neuere Jahrgänge kannst du ihn nicht voraussetzen.

Zum Hersteller: Die KTM AG beantragte Ende November 2024 ein Sanierungsverfahren, das im Juni 2025 rechtskräftig abgeschlossen wurde. Seit November 2025 kontrolliert Bajaj die Gruppe, zu der beide Marken gehören.

Auf Occasionen geben wir drei Monate Garantie.

30 bis 32 kW: Warum beide unter der 35er-Grenze bleiben

Mit 30 bis 32 kW führen wir beide in der gedrosselten Variante, je nach Jahrgang, nicht mit 35 kW. Der Grund ist die zweite Bedingung des Ausweises A mit Leistungsbeschränkung: höchstens 35 kW und zugleich höchstens 0,2 kW pro Kilogramm Gewicht in fahrbereitem Zustand, gerechnet ohne Fahrer. Bei einem Töff, der vollgetankt 150 bis 162 Kilo wiegt, greift die Gewichtsregel vor der Kilowattgrenze. So kommen die drei Werte zustande: 30 kW bei den Euro-3-Maschinen beider Marken, 31 kW bei der Husqvarna ab 2017 und der KTM von 2021 bis 2025, 32 kW bei der KTM von 2019 und 2020 und bei beiden ab 2026. Wer nachrechnet, zieht vom amtlichen Leergewicht zuerst 75 Kilo ab: Es enthält den Fahrer.

Beide stehen bei uns regelmässig sowohl offen als auch gedrosselt im Angebot; die Drosselung machen wir nach dem Kauf, die Kosten sind im Preis der gedrosselten Variante enthalten.

Die Liste fürs Inserat: Modelljahr zuerst

Das Modelljahr ist die erste Angabe, die du im Inserat suchst, denn 2017, 2019, 2020 und 2026 hat sich jeweils verschoben, wer was hat. Im Inserat steht allerdings meist die erste Inverkehrsetzung, und die kann später liegen: Noch 2018 kamen in der Schweiz 29 SMC R mit dem alten Motor neu auf die Strasse. Verlässlicher ist die eingetragene Leistung der offenen Maschine: 49 kW heisst alter Motor, 55 kW neuer, 58 kW Generation 2026.

Modelljahr Husqvarna 701 Supermoto KTM 690 SMC R Was das für dich heisst
2015/2016 Euro-3-Motor, 13-Liter-Tank, 1,5 m engerer Wendekreis, Cockpit ohne Drehzahl- und Ganganzeige Euro-3-Motor, 12-Liter-Tank, Drehzahlmesser und Ganganzeige Zwillinge mit Detailunterschieden. Kipphebel und Wartungshistorie prüfen.
2017/2018 Duke-Motor, Euro 4, zweite Ausgleichswelle, 75 PS weiterhin der alte Euro-3-Motor, auslaufend Die Husqvarna hat den neueren Motor. Bei ihr ab Modelljahr 2018 Rückruf prüfen.
2019 Euro-4-Motor, aber ohne Quickshifter, Kurven-ABS und Kurven-Traktionskontrolle neuer Euro-4-Motor, Quickshifter+, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, zwei Fahrmodi Die Elektronik gibt es nur bei der KTM. Rückruf prüfen.
2020 neu mit Kurven-ABS, Kurven-Traktionskontrolle, Easy Shift, zwei Fahrmodi unverändert gegenüber 2019 Technisch gleichauf. Rückruf prüfen.
2021 bis 2025 Euro 5, 74 PS, 73 Nm, LCD Euro 5, 74 PS, 73 Nm, LCD Zustand, Serviceheft und Sitzbank entscheiden, nicht die Marke.
2026 79 PS, 4,2-Zoll-TFT, Weiss/Gelb, Sitzbank bis über die Kühlerverkleidungen, Ride-Husqvarna-App 79 PS, 4,2-Zoll-TFT, Blau/Orange, griffiger Sitzbezug, KTMconnect Farbe und Sitzgefühl. Listenpreis bei beiden CHF 12’990, Schaltassistent bei beiden Option.

Suchst du Laufruhe und kommst ohne Assistenzsysteme aus, nimm die Husky ab Modelljahr 2017. In den ersten zwei Jahren steht ihr bei KTM nur der alte Motor gegenüber.

Willst du Kurven-ABS, Traktionskontrolle und Quickshifter, beginnt deine Suche bei der KTM ab Modelljahr 2019 und bei der Husqvarna ab 2020.

Reizt dich der alte Motor mit seinem Druck aus der Mitte, nimm eine Euro-3-Maschine: die frühe 701, wenn du oft eng wendest, die SMC R, wenn du Drehzahlmesser und Ganganzeige willst. Und lass die Kipphebel prüfen.

Ab Modelljahr 2020 kaufst du nicht mehr die bessere Marke, sondern das besser gepflegte Exemplar.

Vergiss also bei allem ab 2020 das Logo. Vergleiche Kilometer, Serviceheft und den erledigten Rückruf, setz dich auf beide und nimm die, auf der du lieber sitzt. Was davon gerade in Winterthur steht, zeigt dir unser Bestand an Enduro und Supermoto.

So liegen die KTM 690 SMC R und die Husqvarna 701 Supermoto bei uns im Preis:

KTM 690 SMC R

  • Neupreis: ab CHF 11.490
  • Occasion ab: ab CHF 10.500

Husqvarna 701 Supermoto

  • Neupreis: ab CHF 12.580
  • Occasion ab: ab CHF 11.500

Technik, Baujahre und Kauftipps zur Husqvarna 701 Supermoto.

Kurz gefragt, kurz geantwortet: 701 Supermoto und 690 SMC R

Was unterscheidet die KTM 690 SMC R von der Husqvarna 701 Supermoto ausser Farbe und Namen?

Das hängt vom Modelljahr ab. 2017 und 2018 hatte nur die Husqvarna den neuen Euro-4-Motor, 2019 nur die KTM Quickshifter und Kurven-ABS. Ab 2020 ist die Technik gleich; es bleiben Sitzbank, Verkleidung und Farben.

Welche war 2017 und 2018 die bessere: Husqvarna 701 Supermoto oder KTM 690 SMC R?

Die Husqvarna. Sie bekam ab Modelljahr 2017 den Motor der KTM 690 Duke mit Euro 4 und zweiter Ausgleichswelle, 75 PS nach Werksangabe und gemessene 196 km/h. Die KTM lief mit dem alten Euro-3-Motor aus und erreichte 184 km/h.

KTM 690 SMC R von 2016 oder Husqvarna 701 Supermoto von 2016?

Beide haben denselben Euro-3-Motor. Für die Husqvarna sprechen der Tank mit 13 statt 12 Litern und der um 1,5 Meter engere Wendekreis, für die KTM das Cockpit mit Drehzahlmesser und Ganganzeige.

Welche Probleme sind bei der Husqvarna 701 Supermoto und der KTM 690 SMC R bekannt?

Für die Modelljahre 2018 bis 2020 gab es bei beiden einen Rückruf wegen des Kupplungsnehmerzylinders; der Tausch war kostenlos und sollte im Serviceheft stehen. Bei den alten Euro-3-Motoren sind die Kipphebel eine Schwachstelle.

Kann ich die 701 Supermoto oder die 690 SMC R mit dem Ausweis A mit Leistungsbeschränkung fahren?

Ja, gedrosselt. Bei Moto Center Winterthur stehen beide je nach Jahrgang mit 30 bis 32 kW im Katalog statt mit 35 kW, weil zusätzlich höchstens 0,2 kW pro Kilogramm fahrbereitem Gewicht erlaubt sind. Gedrosselt wird nach dem Kauf, die Kosten sind im Preis enthalten.

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